Die magische Gesellschaft in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

Die DDR existierte von 1949 bis 1990 und war eine kommunistische bzw. realsozialistische Diktatur unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Diese Republik verstand sich als Friedensstaat der Arbeiter und Bauern, der die Wurzeln für Krieg und Faschismus beseitigt habe. Allerdings blieben die DDR und ihre Staatsführung während ihres Bestehens von der Sowjetunion abhängig. Die vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse stießen teilweise auf Ablehnung, doch nur selten auf aktiven Widerstand in der Bevölkerung.

Im Juli 1952 gab Stalin der SED-Führung um Walter Ulbricht freie Hand für den Aufbau des Sozialismus. Das bedeutete u.a. die Verstaatlichung von Industriebetrieben und die Kollektivierung der Landwirtschaft, was Enteignungen von Muggeln und Magiern voraussetzte. Dabei galt: Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen. Damit ging ebenfalls eine massive Unterdrückung des Widerstands einher und in der Aktion Ungeziefer wurden alle fluchtverdächtigen Bewohner der grenznahen Gebiete zwangsumgesiedelt. Die dagegen sich richtenden Demonstrationen weiteten sich am 19.06.1953 in einen landesweiten Volksaufstand aus, welcher von sowjetischen Truppen (unterstützt von russischen Sympathisanten der schwarzen Magie) brutal niedergeschlagen wurde. Dabei starben etwa 50 Muggel und fünf Hexen. Durch anschließende Finanzhilfen der Sowjetunion kam es zu einer Entspannung der Versorgungslage und zu einer Restabilisierung des SED-Regimes. Die eingeleitete Entstalinisierung schürte die Hoffnung auf eine weitergehende Liberalisierung bis hin zu einer Wiedervereinigung Deutschlands. Das änderte sich jedoch, als im November 1956 die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands erneut durch sowjetische Truppen sowie inzwischen angesiedelte Todesser stattfand. Diese forderte mehrere tausend Tode und zog mehr als 2.000 Todesurteile nach sich, sowohl unter den Muggeln als auch in der magischen Gesellschaft. Die Zahl der Flüchtlinge stieg dadurch extrem an, allein über 47.000 Muggel und Magier verließen die DDR noch im August 1961.

Todesser unterwandern die Regierung

Da die massenhafte Abwanderung die DDR existenziell bedrohte und auch nicht in Lord Voldemorts Plan passte, dort kontrolliert und mörderisch mit allen Mitteln der schwarzen Magie für die Reinhaltung der Zaubererrasse und die Ausrottung der für ihn minderwertigen muggelstämmigen Zauberer und Hexen zu sorgen, begannen Mitte August Volksarmisten, Volkspolizisten und Angehörige der Kampfgruppen der DDR, die Grenze rings um West-Berlin mit Stacheldraht und Waffen abzusichern. Die Unterwanderung von Todessern in die Regierung hatte längst begonnen. Danach überschlugen sich dann die Ereignisse. Die Berliner Mauer wurde gebaut und die Grenze der DDR sowohl durch Sperranlagen, Minensperren, Selbstschussanlagen und gezielt schießende Grenzsoldaten, als auch magisch immer umfassender gesichert. Beim Versuch diesen sogenannten „antifaschistischen Schutzwall“ zu überwinden, wurden mehrere hundert Flüchtlinge an der innerdeutschen Grenze getötet. Noch viel mehr wurden festgenommen, gefoltert und gezwungen, weitere Klassenfeinde und Untergrundorganisationen preiszugeben. Das SED-Regime mit Unterstützung Lord Voldemorts scheute auch nicht davor, dabei Familien auseinander zu reißen und Zwangsadoptionen vorzunehmen. Die Todesser und Sympathisanten des Dunklen Lords wollten ihm helfen, die immer mächtiger werdende Terrorherrschaft in der magischen Welt auszubauen, die schon lange vor keinerlei Landesgrenzen Halt machte. So entstand das Ministerium für Staatssicherheit (kurz MfS oder „Stasi“), das die ganze Gesellschaft als Organ der Überwachung durchdringen und gezielt oppositionelle Aktivitäten und Gruppierungen zersetzen sollte.

In den 60er Jahren traten an die Stelle der rein repressiven Maßnahmen verstärkt ideologische Überzeugung und eine Hebung des Lebensstandards. Gegenüber den Jugendlichen gab die SED-Führung bestimmte Formen der Gängelung auf, insbesondere hinsichtlich der Importe westlicher Tanzformen. Allerdings war schon 1965 damit wieder Schluss. Nun hieß es, das Rowdytum einzudämmen und mit der Presse gegen „Gammler“, „Langhaarige“ und „Verwahrloste“ vorzugehen. Nun unterstützte die FDJ-Führung sogar Aktionen, bei denen Schülern vor den Augen ihrer Klassenkameraden die Haare abgeschnitten wurden. Erich Honecker wetterte gegen Beatmusik und die „zynischen“ Verse des Liedermachers Wolf Biermann, der sogar ein Auftrittsverbot erhielt. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf das staatliche Erziehungs- und Bildungswesen vom Kindergarten bis zur Universität bei den Muggeln und die Ausrichtung der von magischen Funktionären gegründeten Egon-Krenz-Militärakademie. Der Schwerpunkt lag jeweils auf der Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit gemäß dem als gesetzmäßigen Wahrheit angesehenen Marxismus-Leninnismus. So wurden u.a. folgende Fächer unterrichtet: Verteidigung gegen die dunklen und kapitalistischen Künste, Sozialistische Geschichte der Zauberei und Astronomie in der DDR.

Wer nicht in das geforderte Profil passte bzw. durch feindlich angesehene Aktionen auffiel, musste mit Konsequenzen für sich und die Familie rechnen. Die magische Gesellschaft hatte dafür die Zauberei-Anstalt zur Besseren Kontrolle mit Sitz in Karl-Marx-Stadt, was ein Umerziehungslager für „gestrandete und verlorene Seelen“ war. Außerdem gab es für jene Magier, die sich hauptsächlich wegen westlichen Gedankenguts, Muggelschutzes oder Protesten gegen die Ziele von Lord Voldemort strafbar gemacht hatten und verurteilt wurden, die Zaubereijustizvollzugsanstalt in Cottbus. Es hieß, wer einmal dort hineinkam, der wurde nicht wiedergesehen.

Proteste werden im Keim erstickt

Um die stetig angespanntere Situation in der DDR zu entschärfen, gab es Kurskorrekturen von der Sowjetunion, welche die SED-Führung allerdings nahezu abblockte. Die Bemühungen der tschechoslowakischen Partei (KPČ) unter Alexander Dubček, im Frühjahr 1968 ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm durchzusetzen, nährten die Hoffnungen auf einen mit mehr Freiheiten verbundenen Reformsozialismus. Sie wurden jedoch zunichtegemacht, als Teile der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages (militärischer Beistandspakt des sogenannten Ostblocks unter magischer Führung) mit Waffengewalt das tschechoslowakische Reformmodell niederwarfen. Die in vielen Städten der DDR hauptsächlich von jungen Magiern und Muggeln in Kleingruppen dagegen gerichteten Proteste wurden von den Sicherheitsorganen im Keim erstickt. Das Ministerium für Staatssicherheit vermerkte bis zum November 1968 über 2.000 „feindliche Handlungen“. Die nach wie vor ausschlaggebende Bedeutung der von Moskau ausgehenden Kursvorgaben für die Staatsführung der DDR zeigte sich erneut in dem 1970 ausbrechenden Machtkampf um die Parteiführung zwischen Ulbricht und Honecker. Dabei präsentierte sich Erich Honecker sich als der den sowjetischen Vorgaben bezüglich der deutsch-deutschen Annäherungspolitik enger verbundene DDR-Politiker. Schließlich kam es 1971 zu Ulbrichts Rücktritt.

Üblicherweise waren dem SED-Führungsanspruch Blockparteien und Massenorganisationen in der DDR unterworfen. Das heißt, nicht nur bei den über eine Einheitsliste abgehaltene Volkskammerwahlen, sondern auch durch ein ausgedehntes Kontrollsystem bei der Besetzung zentraler Leitungspositionen aller Art im Rahmen der Kaderpolitik. Das Ministerium der Zauberei in der DDR war so stark mit der Muggelpolitik verflochten, dass sie sich diesem System gerne angeschlossen haben. Auch hier wurden nur besonders vertrauenswürdige Führungskräfte für die Partei und Schlüsselpositionen eingesetzt. Todesser und Sympathisanten von Lord Voldemort konnten so einerseits die Muggel und deren magischen Fürsprecher unterdrücken und andererseits immer weiter die magische Gesellschaft nach ihrem Bild formen.

Hoffnung auf Wohlstand

Nach dem Rücktritt von allen Ämtern bis auf das des Staatsratsvorsitzenden „aus gesundheitlichen Gründen“ und seiner Kaltstellung durch Honecker starb Ulbricht am 1. August 1973. Das konnte nicht endgültig in Verbindung mit Lord Voldemort gebracht werden, wenn die Vermutung auch nahelag. Honecker hatte bereits beim SED-Parteitag im Juni 1971 eine Kursänderung vorgegeben und die „weitere Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes“ der Partei als „Hauptaufgabe“ gestellt. Die Werktätigen sollten in der „entwickelten sozialistischen Gesellschaft“ nun mehr teilhaben an den Früchten ihrer Arbeit. Zur Kernlosung wurde die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Einen Schwerpunkt legte man dabei auf den Wohnungsbau und die Bereitstellung angemessenen Wohnraums; bis 1990 sollte dieses soziale Problem mit Hilfe des Zaubereiministeriums gelöst sein. Die Mehrbeschäftigung von Frauen im Arbeitsprozess wurde durch Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzung und Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs sowie durch die starke Ausweitung der Kinderbetreuungseinrichtungen gefördert. Die Konzentration auf die Konsumgüterproduktion führte zu für DDR-Verhältnisse beachtlichen Ergebnissen bei der Ausstattung der Haushalte etwa mit Kühlschränken und Fernsehern und weckte Hoffnungen auf weiter zunehmenden Wohlstand. Allerdings war die Ankurbelung von Wirtschaft und Konsum nur möglich durch eine erhöhte Verschuldung im westlichen Ausland.

Auch in der Kulturpolitik setzte Honecker im Dezember 1971 neue Akzente, die zunächst als Liberalisierung gedeutet und in diesem Sinne auch genutzt wurden. Offiziell sei der Sozialismus so fest verankert, dass es keine Tabus mehr in der Literatur und Kunst geben dürfe. Eine DDR-spezifische Rehabilitation erfuhr nun ebenfalls der Musikgeschmack der jüngeren Jahrgänge. Begründet wurde die Zulassung der Stilrichtungen Jazz, Beat und Folklore damit, dass diese Musik nichts dafürkann, dass die „imperialistische Massenkultur sie zur Manipulierung der ästhetischen Urteilsfähigkeit im Interesse der Profitmaximierung missbraucht“. Mit der Bemerkung, dass jeder nach Belieben die westlichen Medien ein- und ausschalten könne, stellte Honecker 1973 den Kampf gegen den Empfang westdeutscher Radio- und TV-Sender in der DDR ebenso ein wie die Vorbehalte gegen lange Haare, kurze Röcke und Blue Jeans, die „Niethosen“, die man zuvor als Symbol westlicher Dekadenz gegeißelt hatte. In der Außen- und Deutschlandpolitik befolgte man die von Honecker bereits im Machtkampf mit Ulbricht verfochtene Linie einer engen Bindung an die Sowjetunion und beschwor die „feste Verankerung in der sozialistischen Staatengemeinschaft“. Die Beziehungen der DDR zur Sowjetunion stellten sich nach offizieller Lesart 1974 in einem Reifegrad dar, „dass es praktisch kein entscheidendes Gebiet des täglichen Lebens gibt, in dem sich nicht die Freundschaft zur Sowjetunion widerspiegelt.“ Während sich der Alltag im Leben der Muggel also entsprechend lockerte, verschärfte sich der Umgang in der magischen Welt untereinander. Immer wieder gab es Hexen und Zauberer, die das Handeln derer verurteilten, die Muggel wie Magier weiterhin wegen Kleinigkeiten verfolgten und folterten. Die Stimmen, die Muggel-Schutzgesetze und freies Reisen für Magier forderten, wurden lauter und die Rahmenbedingungen enger. Es gab immer mehr Erlässe und härtere Sanktionen, um mögliche magische Widerstände im Keim zu ersticken.

Demoralisierung der Bevölkerung

Alles in allem führten das undemokratische politische System und die wirtschaftlichen Schwächen zu einer zunehmenden Demoralisierung der Bevölkerung, besonders seit der ersten Konferenz 1973 über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Mit dieser Konferenz wurden Anträge auf Ausreise möglich, gegen welche der Staat trotz vielfältiger Schikanen im weiteren Verlauf nicht ankam. Ein Antrag zur ständigen Ausreise aus der DDR wurde üblicherweise als rechtswidrig angesehen. Reisen für Bürger der DDR unter 65 Jahren in das nichtsozialistische Ausland waren nach 1961 nur auf Antrag, nur zu bestimmten Anlässen und meist nur dann möglich, wenn eine Rückkehr in die DDR wahrscheinlich war (z.B. zurückgelassene Kinder oder Ehepartner, keine „Westverwandtschaft“). Ab 1964 durften alle Rentner einmal im Jahr Besuchsreisen zu Westverwandten machen, später gab es weitere Reiseerleichterungen. Weiterhin gab es so genannte Reisekader aus dem Staats- und Parteiapparat, Sportler, die zu internationalen Wettkämpfen fahren konnten, Wissenschaftler, die zu Fachkongressen ausreisen durften und ausgewählte Facharbeiter, welche im Westen arbeiteten (z. B. Bauarbeiter und Ingenieure), oder ihn durchfuhren (Seeleute, Fernfahrer, Flugzeugbesatzungen).

Aber auch in die sozialistischen Länder gestaltete sich die Einreise oft problematisch. So war es zum Beispiel nur von 1972 bis 1980 möglich, ohne spezielle Genehmigung nach Polen einzureisen. Im Sommer 1980 begannen in Polen Arbeiterdemonstrationen; die Gewerkschaft Solidarność entstand. Das DDR-Regime unter Erich Honecker befürchtete, dass die Demonstrationen auf die DDR übergreifen könnten. Spontane Auslandsreisen waren daher nur in das DDR-Nachbarland Tschechoslowakei möglich, in alle anderen Ostblockländer musste eine sogenannte Reiseanlage für den visafreien Reiseverkehr bei der Volkspolizei beantragt werden. Das Zaubereiministerium hatte viel zu tun damit, sowohl die Magier zu überwachen und als auch Hilfestellungen für Muggel durch Zauberei zu unterbinden. Dabei wurden immer härtere Strategien entwickelt. Das Leben solcher Hochverräter war nichts mehr wert. Das galt für Magier wie Muggel. Demzufolge wurden Todesser und Befürworter dieser gerne an wichtigen Schaltzentralen und im Grenzschutz eingesetzt. Es waren sämtliche Maßnahmen erlaubt, die Ausreisen zu verhindern und Antragsteller zu überzeugen, doch in der DDR zu verweilen. Um als DDR-Bürger aus der DDR legal auswandern zu können, also die innerdeutsche Grenze oder die Berliner Mauer ohne Gefahr für Freiheit, Leib und Leben passieren zu können, unter Vermeidung einer Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR, bedurfte es eines genehmigten Ausreiseantrages. Ein Versuch, die DDR ohne staatliche Genehmigung zu verlassen wurde als „Ungesetzlicher Grenzübertritt“ strafrechtlich verfolgt. Wer gefasst wurde, geriet in politische Haft, wurde gefoltert oder gleich getötet.

Anträge auf dauerhafte Ausreise (Übersiedlung) vor dem Rentenalter hatten hingegen negative Folgen für den Antragsteller, die bis zum Verlust der Arbeitsstelle und/oder der Verhinderung von Bildungschancen reichten. Der Antrag konnte auch dazu beitragen, dass der Antragsteller beim MfS intern als Feindlich-negative Person eingestuft wurde. Dies war unabhängig davon, wie über den Ausreiseantrag entschieden wurde. Im Regelfall fand in der monate-, oft auch jahrelangen sogenannten Bearbeitungszeit eine soziale Benachteiligung aufgrund staatlicher Restriktionen statt. Die Behörden entzogen die Arbeitsstelle manchmal schon bei dem Ausreiseantrag eines Familienmitgliedes. Viele Ausreisewillige wurden sozial schikaniert und bewusst kriminalisiert. Fast immer wurde der Personalausweis eingezogen. Er galt laut seiner Beschriftung als „wichtigstes Dokument“ des DDR-Bürgers, das er „stets bei sich zu tragen“ und „auf Verlangen den Angehörigen der Sicherheitsorgane auszuhändigen bzw. anderen dazu berechtigten Personen vorzuzeigen“ hatte.

Neue Ostpolitik der Bundesrepublik

Im Zuge der Neuen Ostpolitik in den 70er Jahren von Bundeskanzler Willy Brandt kam es langsam zu Verständigungsbemühungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Ein für die DDR devisenträchtiges Transitabkommen gewährleistete die vereinfachte Durchreise durch die DDR und verbesserte die Verkehrswegesituation von und nach West-Berlin. Mit dem Grundlagenvertrag vom 21. September 1972, der u. a. die beiderseitige Einrichtung Ständiger Vertretungen in Bonn und Ost-Berlin regelte, wurde die Existenz beider deutscher Staaten auf der Grundlage eines friedlichen Nebeneinanders wechselseitig anerkannt. Daraufhin wurden 1973 beide deutsche Staaten Mitglieder der UNO.

Mit der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte 1975 gewann die DDR-Staatsführung zwar außenpolitisch weiteres Renommee, bekam es innenpolitisch aber mit menschenrechtlich begründeten Forderungen zu tun, die sich auf die international neu eingegangenen Verpflichtungen stützten. Muggel wie Magier, die nach Ablehnung eines Ausreiseantrags in einer Petition an den Generalsekretär der Vereinten Nationen und an die Regierungen der KSZE-Signatarstaaten den DDR-Verantwortlichen Freiheitsberaubung vorwarfen, wurden im Oktober 1976 inhaftiert und wegen „staatsfeindlicher Hetze“ verurteilt, ein Jahr später in die Bundesrepublik abgeschoben. Die westdeutsche Bundesregierung wandte für den Häftlingsfreikauf in den Jahren 1964 bis dato für politische Häftlinge aus DDR-Gefängnissen schon knapp 3 Milliarden Deutsche Mark auf.

Milliardenkredite aus dem Westen

Die zweite Ölkrise 1979/80 hatte für die Volkswirtschaft der DDR dramatische Folgen, die den beschleunigten wirtschaftlichen Niedergang einleiteten. Die selbst in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende sowjetische Führung kürzte der DDR die jährlichen Rohöllieferungen zu Vorzugskonditionen von 19 auf 17 Millionen Tonnen. Da Honeckers Proteste nicht verfingen, sondern mit der Aufforderung beantwortet wurden, die Schwierigkeiten der UdSSR solidarisch mitzutragen, da sonst deren Stellung in der Welt mit „Folgen für die ganze sozialistische Gemeinschaft“ gefährdet sei, geriet das finanzwirtschaftliche System der DDR in ein Knäuel von Sorgen und Ausweglosigkeit. Im Jahr 1982 drohte der DDR die Zahlungsunfähigkeit. Davor bewahrt wurde sie maßgeblich durch zwei westdeutsche Milliardenkredite 1983 und 1984, eingefädelt von dem für Devisenbeschaffung zuständigen Leiter des Bereichs Kommerzielle Koordinierung und zugleich Stasi-Offizier im besonderen Einsatz (OibE) Alexander Schalck-Golodkowski, der den bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß als Fürsprecher gewinnen konnte, indem u. a. eine Entschärfung des DDR-Grenzregimes zugesagt wurde. Als Magier nutzte Schalck-Golodkowski natürlich alle Möglichkeiten, die er hatte, um Strauß zu überzeugen. Zuvor hatte das Kabinett Schmidt III (1980–1982) erwogen, der DDR über eine „Strohbank“ in Zürich drei bis fünf Milliarden DM zu leihen. Die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Konsumgütern ließ sich damit aber nicht zufriedenstellend lösen. Farbfernsehgeräte, Kühlschränke mit Gefrierfach und Waschvollautomaten von annähernd westlichem Standard mussten nicht nur vergleichsweise teuer, sondern auch mit langen Wartezeiten bezahlt werden: Dauerte die Lieferzeit eines Waschvollautomaten bis zu drei Jahren; blieb der Trabant mit mindestens einem Jahrzehnt Wartezeit der ungekrönte Spitzenreiter.

Inzwischen starteten insbesondere auf der magischen Seite der Gesellschaft Proteste und kleine Revolten gegenüber dem strengen Regime des Zaubereiministeriums und der Aussichtslosigkeit der Nation. So sehr der Apparat von Lord Voldemort auch bemüht war, jeglichen Aufstand im Keim zu ersticken, konnten sie nicht verhindern, dass Untergrundbewegungen entstanden und sich Verbindungen gründeten. Besonders bekannt wurde die Organisation „Kinder des Regenbogens“, die offen und extrem sich gegen Lord Voldemort und die DDR gestellt und gehandelt hat. Immer wieder organisierten sie magisch gesicherte Fluchttunnel für Muggel und Magier, deren Anträge auf Ausreise künstlich blockiert und selbst schikaniert wurden. Dabei kam es oft zu Gewalt mit tödlichem Ausgang. Endlich fand auch in der magischen Parteiführung ein Umdenken stand. Jene, die nicht mit dem harten Kurs sympathisierten, versuchten auf internationaler Ebene um Hilfe zu bitten und eine politische Annäherung möglich zu machen. Diese hatten nun auf zwei Fronten zu kämpfen, zum einen gegen die Muggel, die fest am starren Kurs der DDR hielten, und zum anderen gegen Lord Voldemort und seine Anhänger, die diesen Kurs für sich nutzen wollten.