Gleichberechtigung und Homosexualität im Larp

Vor kurzem hat uns die Frage einer Spielerin ereicht. Es ging um die Rolle der Frau und die Akzeptanz von Homosexualität in den 1980ern der Zaubererwelt. Wie die magische Welt zu diesen Themen eingestellt ist, bleibt unserer Interpretation überlassen. Es gibt keine konkreten Aussagen dazu, man kann höchstens Vermutungen ableiten. Das hat den großen Vorteil, dass wir an keine Tatsachen gebunden sind. In diesem Fall können wir uns endlich mal die Welt so machen, wie sie uns gefällt.

Wie authentisch wollen wir sein?

Es mag Menschen im Larp geben, denen Authentizität so wichtig ist, dass sie sogar die unschönen Aspekte der Vergangenheit mit einbeziehen. Wir gehören nicht zu dieser Art von Larpern.
Larp ist für uns ein Ort, an dem wir ein Wochenende lang eine Idealvorstellung leben können. Ein Ort, an dem wir die reale Welt vergessen und ein Wochenende lang einfach die Person sein können, die wir gerade sein wollen – ohne uns erklären zu müssen. Dafür geben wir gerne ein Stück weit Authentizität auf.

Gleichberechtigung

Konkret bedeutet das für unser Spiel: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Unser Auffassung nach war und ist die Zaubererwelt da deutlich weiter als die der Muggel. Frauen durften stellvertretende Schulleiter sein (Minerva McGonagall), Schulen gründen (Ravenclaw und Hufflepuff), die rechte Hand des mächtigsten Diktators sein (Bellatrix Lestrange), trotz einer physischen Auffälligkeit Aurorin werden (Tonks), Schulbücher schreiben (Bathilda Bagshot) oder zur Zaubereiministerin gewählt werden (Millicent Bagnold).
Dass die Zaubererwelt in einigen Dingen deutlich toleranter war als die Muggel, sieht man zum Beispiel daran, dass es anscheinend kaum hautfarben- und länderspezifischen Rassismus gibt. Zumindest erfährt man davon nichts in den Büchern. Die Vorurteile konzentrieren sich auf die Muggel und Halbblüter, da bleibt anscheinend nicht mehr viel Zeit für andere Diskriminierungen.

Homosexualität, Gendernormen

Auch die Art eurer Beziehungen oder welches Geschlecht ihr spielt, wollen wir euch nicht vorgeben. Wir möchten nicht ausspielen, dass Homosexualität nicht anerkannt wird. In so einer Welt wollen wir nicht leben, wieso sollten wir es dann ausspielen, nur um möglichst authentisch zu sein?

Wer aber bewusst einen Hintergrund bespielen möchte, der anderen Normen anhängt, der kann und darf das tun. Wer den Konflikt mit seiner reinblütige Familie ausspielen möchte, die schon immer darauf bedacht war, dass die Frau möglichst schnell heiratet und Kinder kriegt, kann sich das gerne in den Hintergrund schreiben. Wer spielen möchte, dass die erzkonservativen Eltern ihn wegen seiner Homosexualität verstoßen haben, kann das tun.

Diese Ansichten sind aber nicht der Standard in der Zaubererwelt, die wir bespielen wollen. Wir möchten euch die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden, wie ihr euren Hintegrund in dieser Hinsicht gestaltet. Gleichzeitig möchten wir die Grundvoraussetzung schaffen, dass niemand etwas spielen muss, was nicht seiner Einstellung entspricht.

Wir hoffen, dass das in eurem Sinne ist und freuen uns auf ein buntes 1984.

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VERANSTALTUNGEN

30.06.-02.07.2017
Broughton Academy
Kampagnen Opener
"Juli 1984"
Kreisjugendhof Rotenburg a.d. Fulda

NEUE SPIELER
Wir freuen uns immer über neue Spieler. Die Broughton Academy soll mehr als nur ein Spiel für Eingeweihte sein. Neben der reinen Anmeldung bitten wir Neulinge allerdings sich zusätzlich noch einmal persönlich bei der Spielleitung zu melden. Das hilft uns, euch im Vorfeld als Spielertypen besser einschätzen und damit besser auf euch eingehen zu können. Insbesondere wenn es um die Erschaffung persönlicher Plotelemente geht, auf die wir in unserem Spielkonzept besonderen Wert legen. Nutzt dafür gern das Kontaktformular unter KONTAKT.