Ein Herz für Kniesel

Edith Covington (89): „Mein Kniesel hat mir das Leben gerettet!“

Bradford-on-Avon – Es war die Nacht nach Neujahr, als Edith Covington einen folgenschweren Fehler beging. Sie hatte eine Freundin im Nachbarort besucht und war wie immer zu Fuß unterwegs. Es war später geworden als gewöhnlich, die Nacht war stockdunkel. Es war eiskalt und Edith Covington entschied sich für eine Abkürzung, die sie schon Jahre nicht mehr benutzt hatte. Nachdem sie eine halbe Stunde lang umherirrte, wurde ihr klar: Sie hatte sich verirrt. Ihr Zauberstab, den sie ohnehin nur selten benutzt, lag zuhause. Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als sie ein leises Maunzen aufhorchen ließ. „Ich schaute zu Boden – und da saß mein Kniesel Victoria“, erzählt Edith. „Ich dachte, ich sehe nicht richtig.“ Victoria schien die Not ihrer Besitzerin gespürt zu haben – über Kilometer hinweg. Sie schaffte es nicht nur, Edith Covington im Wald aufzuspüren. Nein, sie geleitete ihr Frauchen auch noch sicher durch die Dunkelheit nach Hause. „Ich weiß genau, ohne Victoria wäre ich aus diesem Wald nicht mehr herausgekommen.“

Die schwarz-grau getigerte Knieseldame sitzt ruhig neben Edith auf dem Sofa und scheint das Lob zu genießen. Mit vollem Namen heißt sie Victoria Sponge Cake. „Meine zweite große Leidenschaft“, verrät Edith lächelnd. „Alle meine Kniesel sind nach meinen Lieblingsrezepten benannt.“ Mit ihren Koch- und Backkünsten hat sie bereits lokale Wettbewerbe gewonnen. Mindestens genauso lange züchtet sie schon Kniesel. In ganz Wiltshire ist sie die einzige mit der nötigen Ausnahmegenehmigung des Ministeriums. Kniesel gelten als sehr intelligente Wesen, die eine tiefe Verbundenheit zu „ihrer“ Hexe oder „ihrem“ Zauberer aufbauen. Oft spüren sie über weite Entfernungen, wenn es ihnen nicht gut geht oder Gefahr droht. Auch deshalb hat Edith Covington vor über fünfzig Jahren ihren ersten Kniesel zu sich geholt. „Die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt sie.

Stolz zeigt Edith auf die Wand hinter dem Sofa. Sämtliche Kniesel, die sie je besessen hat, hängen dort – fotografiert und gerahmt. „Ich habe mich allerdings für Muggeltechnik entschieden“, erzählt die rüstige 89-Jährige. Die ersten Bilder hatte sie noch ganz normal entwickeln lassen. Aber nachdem sich einige Knieselbilder an der Wand angesammelt hatten, sei das Miauen zu laut geworden. „Sticky Toffee Pudding und Beef Wellington haben sich schon zu Lebzeiten nicht vertragen, das war auf den Bildern nicht anders“, sagt Edith mit leisem Bedauern. Deshalb sei sie schweren Herzens auf unbewegte Bilder umgestiegen. „Für Victoria werde ich eine Ausnahme machen“, berichtet die Knieselzüchterin stolz. „Für sie gibt es ein anständiges Bild. Der Fotograf kommt morgen.“ So kann sie sich noch lange an ihre Lebensretterin erinnern.

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